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Steigt Hillary Clinton in Kürze in den Ring für die 2016-Schlacht ums Oval Office? Oder ging dem „Drudge Report“ Sonntagabend nach der politischen Sauregurkenzeit während der Feiertage das Material für  knallige Schlagzeilen aus. „Macht sie es offiziell?„, prangte jedenfalls unter einem Logo des Polit-Aktionskommitee “Ready for Hillary”.

Die Story freilich nach dem Klick ist ein Gang auf dünnerem Eis: In einer Mail ruft da der Hillary-Unterstützer und Mitbegründer des Hillary-PAC, Wesley Clark, die Fans der Ex-First-Lady und Außenministerin dazu auf, gerade jetzt “ihre volle Unterstützung zu zeigen” (konkret mit dem Kauf von Bumper-Stickers…). In dem Schreiben wird auch kryptisch erwähnt, dass Hillary „gerade“ über ihre Kandidatur entscheidet.

Das freilich ist keine Riesenüberraschung, da sie in jüngsten Medieninterviews tönte, 2014 eine Entscheidung treffen zu wollen. Und das Jahr ist hier, wenn auch nur ein paar Tage alt. Hillary könnte aber möglicherweise tatsächlich früher ihre Kandidatur verlauten als vielleicht geplant. Eine jüngste, sensationelle Umfrage ließ in ihrem Umfeld die Alarmglocken schrillen: Darin hatte sie der füllige, kumpelhafte New-Jersey-Gouverneur Chris Christie (R) mit 48 % zu 46 % knapp abgehängt. Dazu könnte sie nach dem Aufschwung der Parteilinken wie New Yorks Linkspopulisten Bill de Blasio oder die Banken-Schlächterin im Senat, Elisabeth Warren, zu einer frühen Kurskorrektur gezwungen werden: Lieber wäre Hillary als Zentristin in die Vorwahlen gegangen, doch die wachsende Wut der Parteilinken über die eskalierende Einkommenskluft dürfte sie nach links drängen.

Die Zeichen mehren sich für ein neuerliches Antreten der berühmtesten Frau der Erde: Gerade vermietete sie dem PAC „Ready for Hillary“ ihre alte Emailliste aus dem 2008-Wahlkampf. Mit neuen Auftritten bringt sie sich in Erinnerung: Am Samstag etwa wird sie mit Gatten Bill der Angelobung ihres Freundes Terry McAuliffe zum Virginia-Gouverneur beiwohnen.

Trotz der Favoritenrolle innerhalb der Partei, dürfte es wieder nicht leicht werden (Bengasi-Skandal, miese Bilanz im State Department), urteilte die Washington Post in einem kritischen Beitrag: Sie brauche demnach einen neuen Gameplan, um sich den Traum vom Oval Office erfüllen zu können.