Es passierte vor fast zehn Jahren, doch das macht den Schock über die Mittwoch veröffentlichen Gräuelbilder aus dem Irak-Krieg kaum kleiner. Der sonst auf Promi-Aufrisse und Klatsch aller Sorten spezialisierte Portal TMZ knallte mehrere von insgesamt 41 Aufnahmen am Morgen ins Internet. Sie stammen aus dem Jahr 2004, wurden in Fallujah aufgenommen.

Soldaten des Marinekorps sind da bei der „Entsorgung“ getöteter Aufständischer zu sehen: Sie übergießen die Toten mit Benzin, zünden sie an. Die brennenden Körper werden aus mehreren Blickwinkeln abgelichtet. Zu sehen sind auch die völlig verkohlten Überreste. Ein Soldat posiert  mit angehaltenem Sturmgewehr und breit grinsend vor einem am Boden liegenden Totenkopf. Überreste eines getöteten US-Feindes werden  von einem Hund aufgefressen. Dieses Bild und viele weitere wären aber zu grausam für die Publikation gewesen, entschied TMZ.

Die Website hatte die Fotos zugespielt bekommen und übergab das Material dem Pentagon. Die Militärs starteten eine Untersuchung, prüfen zuerst die Echtheit der Fotos: Schändung von Leichen ist laut US-Militärgesetzen ein Verbrechen, das nicht verjährt. Es werden deshalb Anklagen erwartet.

Der Fall bringt Erinnerungen an frühere Skandale zurück – allen voran natürlich die Folter-Exzese im Irak-Gefängnis Abu Ghraib aber auch das Video der „fröhlichen Truppe“ an Marines, die auf drei tote Taliban in Afghanistan pinkelten.