Print Friendly, PDF & Email

Nach der Horror-Hinrichtung mit einer neuen Gift-Kombo in Ohio, bei der Delinquent Dennis McGuire 25 Minuten lang mit den Tod rang, verlangen einige Abgeordnete im Staat Missouri die Wiedereinführung von Erschießungskommandos. Ähnliche Bestrebungen gibt es auch in Wyoming.

Der Hintergrund: Wegen eines Boykotts vor allem europäischer Pharma-Firmen gehen den US-Henkern die bisher eingesetzten Präparate für den Giftcocktail aus. Ohio war einer der ersten Staaten, die ein neues Tötungs-Protokoll mit nur zwei Medikamenten, dem Barbiturat Midazolam und dem Schmerzmittel Hydromorphone, erließen. Das „Experiment“, so seine Anwälte, ging ordentlich schief: McGuire dürfte an „Atemhunger“ gelitten haben, wo Atemnot Panik auslöst. Er röchelte, stöhnte, schnappte nach Luft. Seine Familie hat Ohio wegen der „grausamem und ungewöhnlichen Bestrafung“, die laut US-Verfassung verboten ist, verklagt.

Ähnliche „Krisen“ wegen der Knappheit an Tötungsgiften gibt es auch in Todestrakten quer durch die USA. Todesstrafen-Befürworter wollen bei der Debatte um die Giftinjektionen nun Alternativen bereitstellen durch das Propagieren antiquierter Hinrichtungs-Methode wie Erschießungskommandos. Die ist derzeit nur im US-Staat Utah vorgesehen: Dort können Delinquenten zwischen Erschießung oder Giftspritze wählen.

Zuletzt starb dort 2010 Mörder Ronnie Gardner im Kugelhagel. Der Delinquent saß dabei auf einem schwarzen Metallsessel mit Kapuze über dem Kopf. Fünf anonyme Freiwillige, alle Polizisten, standen 7,6 Meter entfernt und zielten aufs Herz. Nur einer hatte echte Kugeln in den Winchester-Gewehren, der Rest schoss mit Wachskugeln. Keiner der Fünf wusste daher, wer ihn wirklich tötete.