Ein neuer Einbruch extrem kalter Polarluft durch ein Abdriften des Jet-Stream bis tief nach Süden wird ab Dienstag die Osthälfte der USA im Würgegriff halten. Meteorologen sprechen vom „kleinen Bruder der polaren Vortex“. Der erste Kaltlufteinbruch ließ zu Monatsbeginn weite der Teil der USA bei Rekord-Minuswerten erstarren.

In Minnesota wurden Montagnacht wieder  Tiefstwerte von minus 28 Grad erwartet, für die Metropolen Washington DC, Philadelphia und New York ist ein heftiger Schneesturm mit bis zu 30 Zentimeter Neuschnee vorhergesagt. Das sich rapide vor der Atlantikküste intensivierende Wintertief soll Dienstagabend in New York zu Blizzard-artigen Verhältnissen mit Winden bis 60 km/h und gefühlten Temperaturen um minus 23 Grad führen.

Chaos wird vor allem in DC erwartet, wo bis zu 15 Zentimeter angesagt sind. Die US-Hauptstadt ist fast berühmt dafür, selbst mit geringen Schneemassen kaum zurande zu kommen. „Es könnte hier der schlimmste Sturm seit 2011 werden“, warnte Meteorologe Brian Wimer. Auf den wichtigsten Flughäfen der Ostküste, darunter Dulles, JFK und Newark, werden massive Verspätungen und die Streichung von Flügen erwartet.

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio, der beim Blizzard vor zwei Wochen seine erste Bewährungsprobe mit Humor und Hemdsärmeligkeit bravourös meisterte, machte für die Schneeräumung mobil. Der extreme Winter führte im Mittleren Westen bereits zu einer extremen Knappheit des Heizgases Propan: Ohios Gouverneur John Kasich rief deshalb bereits einen „Energie-Notstand“ aus. 14 Millionen Haushalte heizen in der Region mit dem Gas.