Nächstes Kapitel des US-Rekordwinters: Bereits der zweite Blizzard in diesem Monat sucht die Ostküste heim. Heftige Schneefälle legten Ballungsräume mit 80 Millionen Menschen lahm. Der gewaltige Wintersturm “Janus” peitschte die Nacht auf Mittwoch gegen die Küste mit Windböen von bis 80 km/h. 2900 Flüge wurden gestrichen, in Washington DC schlossen bereits vor den ersten Flocken alle Bundesämter. Es wurde der schlimmste Schneesturm in der US-Hauptstadt seit 2011. Auf nahen Interstates kam es nach Massenkarambolagen zu Megastaus.

In New York wurden 35 Zentimeter Neuschnee erwartet, 1700 Schneeflüge waren im Einsatz. Mit dem eisigen Wind eingerechnet warnte Bürgermeister Bill de Blasio vor gefühlten Temperaturen am Morgen von minus 26 Grad.

photo-2Mitten in der Frostnacht gab es dazu eine politische Posse: Bewohner der Upper East Side, wo viele der reichsten New Yorker leben, beschwerten sich, dass der linke „Occupy“-Bürgermeister de Blasio absichtlich die Straßen dort nicht räumen lasse, um den „One Percent“ eins auszuwischen, wie Murdochs rechte NY Post aufgeregt mutmaßte. Besonders hart trifft der Blizzard Long Island östlich von New York, in neun Bezirken wurde der Notstand ausgerufen.

In New Jersey ordnete Gouverneur Chris Christie ebenfalls eine Generalmobilmachung der Einsatzkräfte an, seine eigene Angelobungs-Party musste abgesagt werden (recht viel zum Feiern hat er wegen Bridgegate ohnehin nicht).

Nach der weißen Pracht zieht die nächste Kältewelle heran, nachdem die „Polar Vortex“, ein eisiger Luftwirbel über dem Nordpol, wieder nach Süden driftet. Im Mittleren Westen wurde bereits vor die Wind-Chill-Temperaturen um minus 40 Grad gewarnt. Meteorologen von Accuweather sprachen von „lebensgefährlichen Bedingungen“.

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