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Die Schlammschlacht ist eröffnet, obwohl Hillary Rodham Clinton, die berühmteste Frau der Erde, ihr Antreten fürs Oval Office noch nicht einmal offiziell machte. Seit Montag kursieren die “Hillary Papers”, publiziert vom rechten Online-Magazin „Washington Free Beacon“, hinausgeplärrt vom erzkonservativen “Drudge Report”. Die Unterlagen sind authentisch und teilweise brisant. Aber es wird ein Kapitel der Clintons neuerlich durchleuchtet, welches so durchgekaut ist wie kein anderes. Natürlich, es geht um das leidige Thema: Bill Clintons Sex-Skandale!

Die neuen Intimdetails stammen aus einem Tagebuch und weiteren Unterlagen aus dem Fundus von Hillarys bester Freundin, Politikwissenschaft-Professorin Diane Blair, die 2000 verstarb. Blair, die zum “Inner Circle” der Clintons gehörte, führte seit den Siebzigern private Gespräche mit Hillary – und hielt die Inhalte in eigenen Worten fest.

Am Höhepunkt des Lewinsky-Skandals 1998 – der Clintons Präsidentschaft fast beendete nach dem Geständnis von acht Oralsex-Treffen mit der Praktikantin Monica Lewinsky – protokolierte Blair nach einem Gespräch mit Hillary: Die First Lady glaube, dass “kein Sex von irgendwelcher Bedeutung” stattfand, vor allem, da sie sich nicht niederlegten, schloss sie kurioserweise. Hillary verdammte Lewinsky als “narzisstische Dumpf-Tussi”. Für Bill hingegen fand sie eine ganze Liste an Entschuldigungen, darunter der Druck durch seine politischen Feinde, die Einsamkeit im Oval Office, ja sogar ihr eigenes Versagen als Ehefrau. Sie tat den Seitensprung ab, beklagte, dass “alles außer Kontrolle geriet”.

Konkret schrieb Blair nach einem Telefonat am 9. September 1998: “Sie will sein Verhalten nicht entschuldigen, es war ein enormes persönliches Versagen. Sie hält sich selbst nicht für verantwortlich”. Doch dann: “Man müsse sein Benehmen aber in einem gewissen Kontext sehen: Seit er im Oval Office ist, gab es nichts als persönliche Tragödien (der Tod von Vince Foster, seines Vaters, seiner Mutter), begleitet von den hasserfüllten Anschuldigungen dieser hässlicher Kräfte”. Sie gab sich indirekt selbst die Schuld, da sie von ihren eigenen Projekten zu abgelenkt war um zu realisieren, “welch hohen Preis er für die Präsidentschaft bezahlte”. Sie habe auch all diese anderen “weinerlichen Frauen” satt, so Hillary zornig, die ihre Affären mit Bill ausschlachteten.

In den neuen “Hillary Papers” taucht auch ein Strategiepapier auf, das die Ruchlosigkeit der Clintons im Umgang mit Bedrohungen illustriert. Es ging um Gennifer Flowers, deren 12-Jahre-Affäre Bills Vorwahlkampf fast beendete (bestens dokumentiert im Bestseller “Primary Colors”). “GF”, wie sie in dem Memo bezeichnet wird, solle als “Betrügerin, Lügnerin und potentielle Verbrecherin” denunziert werden, um die Story zu stoppen.

Wie gesagt, viele der “neuen Details” sind alte Hüte. Am amüsantesten scheint noch ein Brief des verknallten, jungen Bill an Hillary, wo er ihr berichtete, dass er am Vorabend beim Lesen eines erotischen Gedichts aus dem 17. Jahrhundert einschlief…

Hillarys Chancen in 2016, sollte sie antreten, werden diese Enthüllungen nicht schmälern. Doch werden Bills alte Sexskandale den Wahlkampf überschatten? Natürlich. Bereits kramte Republikaner-Anwärter Rand Paul den Lewinsky-Skandal hervor als Bespiel, wie mies “Heuchler Clinton” Frauen behandle. Und jüngst waren Tapes aufgetaucht, wo Schauspieler Tom Sizemore behauptet, seine Ex-Freundin Liz Hurley hätte Sex mit Bill im White House gehabt. Er nahm die Story zurück und entschuldigte sich.