Print Friendly, PDF & Email

Die USA wirkt hilflos, während sich die offensichtliche Invasion der Krim Freitagnachmittag entfaltete. Tagelange hatte es US-Präsident Barack Obama dabei belassen, Außenminister John Kerry zahnlose Drohungen ausstoßen zu lassen. Es wäre ein „gravierender Fehler“ für Moskau, tönte Kerry, sich in die Ukraine-Krise militärisch einzumischen. Locker scherzte er: „Das ist nicht Rocky IV…“. Vize Joe Biden telefonierte unterdessen mit der Führung in Kiew. Obama selbst hatte davor kurz mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin gesprochen: Der versicherte ihm, nicht einzugreifen… „Naiv“ bezeichnet Senator John McCain jetzt das Oval Office.

Putin freilich hatte täglich den Druck erhöht – für alle, auch das White House, sichtbar: Militärmanöver an der Grenze, erste Zugriffe von Milizen innerhalb der Krim. Die USA reagierte auf keinerlei dieser Provokationen. Das könnte Putin seine Entscheidung erleichtert haben: Als jetzt die Nachrichten kamen, dass bis zu 2000 russische Truppen auf der Krim landeten und Soldaten mit ummarkierten Uniformen Flughäfen und Amtsgebäude besetzten, war plötzlich auch in Washington Feuer am Dach.

CNNs Pentagon-Korrespondentin Barbara Starr fasst das hilflose Händeringen zusammen in DC: „Viele saßen vor den TV-Geräten“. Es hätte wenige Vorwarnungen durch die Geheimdienste gegeben. Obama musste erstmals zur todernsten Ukraine-Krise Stellung nehmen: Er warnte Putin, Moskau werde „einen Preis“ bezahlen für eine Intervention. Details fehlen bisher.

Und ob die Warnung klar genug war für Putin, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass Obama, wie so oft, zu lange zuwartete und cool blieb.