Immer dramatischere Entwicklungen im Thriller um Phantomflug MH 370: Der Jumbo wurde entführt, glauben die Ermittler in Kuala Lumpur. Bisher gesammelte Beweise seien “schlüssig”. “Das ist keine Theorie mehr, es ist eindeutig”, so ein Regierungsbeamter vor hunderten Mikrofonen.

Ein Szenario: Eine Gruppe mit Flugerfahrung und technischem Detailwissen hätte die Boeing letzten Samstag gekapert. Die zweite Theorie: Einer der Piloten selbst, oder gar beide, hätten die Maschine vom Kurs nach Peking abgebracht. Die Polizei stürmte die Wohnung von Kapitän Zaharia Ahmad Shah (53) in Kuala Lumpur: Es wurden vor allem Computer nach verdächtigen Botschaften durchsucht. Aus dem Haus des Ko-Piolten Fariq Abdul Hamid (27) trugen Polizisten in Zivil Plastiksäcke mit beschlagnahmten Geräten und Dokumenten.

Die “Breaking News” ließen die Welt erstarren: Ist der Jumbo gar an einem geheimen Ort sicher gelandet? Könnte er als Waffe eingesetzt werden – wie am 11. September 2001, wo 3000 Opfer in den Twin Towers und im Pentagon umkamen. Malaysia-Premier Najib Razak sagte nur so viel, dass jemand “mit hoher Wahrscheinlichkeit absichtlich“ Kommunikationseinrichtungen des Flugzeuges abdrehte.

Die Nervosität steigt vor allem auch in den USA – dem wahrscheinlichsten Terrorziel, sollte die Entführung tatsächlich Teil eines  Terror-Kompltts sein. US-Präsidnet Barack Obama würde regelmäßig über die Ermittlungen gebrieft, hieß es.

Der Thriller bisher:

# Entführer oder Piloten hatten nach dem Verlassen des malaysischen Radars und nach dem Abmelden des Kapitäns von den Fluglotsen (“Gute Nacht”, sagte Shah) im Abstand von 14 Minuten das ACAR-System (das Daten über den Flugbetrieb schickt) und den “Transponder” (der die Position verrät) abgeschaltet.

# Laut malaiischem Militär-Radar drehte MH370 nach Westen, überquerte die malaysische Halbinsel, flog über die Insel Penang in der Straße von Malakka. Wilde Höhenschwankungen wurden registriert: Der Jumbo stieg auf 13.700 Meter (über der zulässige Höchstgrenze), sank dann auf 7010 Meter. Experten halten das für mögliche Anzeichen eines  Kampfes im Cockpit.

# Nach Penang verliert sich aber die Spur. Ermittler nannten zwei mögliche Flugkorridore: Eine Route führe über Thailand bis nach Kasachstan oder Turkmenistan, ein zweite aber nach Süden über Indonesien in den Indischen Ozeans. Der Jumbo schickte weiter “Pings” an Inmarsat-Satelliten. Der letzte Signal wurde um 8:11 Uhr (8. März) aufgefangen, sieben Stunden nach dem Verschwinden. Die Boeing 777-200 könnte noch 5500 Kilometer weit geflogen sein.