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Gary McPherson (78) wurde 150 Meter durch die Todesmure geschleift, wie durch ein Wunder überlebte er. Doch seine Frau ist tot. Seine Geschichte ist eine von vielen herzzerreißenden Schicksalen, nachdem ein 2,5 Kilometer großer Geröllkegel nach einem gewaltigen Erdrutsch den Ort Oso im US-Staat Washington begrub.

McPherson (78) saß letzten Samstag gerade in seinem Lieblingsstuhl und las die Zeitung, als er draußen lautes Grollen hörte. „Es wurde lauter und lauter”, sagte er zum TV-Sender KiroTV. „Es folgte das schrecklichste Geräusch, das ich jemals hörte“. Dann rissen ihn die Schlammassen fort. Unter Lehm, Erde, Geröll, Baumstämmen und Rohren kam er zu sich. Es war finster. Mit einer freien Hand und einem Stock grub er, bis er die ersten Lichtstrahlen sah. “Ich rief meiner Frau Linda zu, ebenfalls zu graben”, erinnert er sich, während Tränen über das blutverkrustete Gesicht laufen. Doch seine Frau seit 40 Jahren war tot, erdrückt von den Erdmassen. Ihre Leiche wurde später gefunden. Auch der Familienhund starb.

Die Zahl der Vermissten wurde unterdessen auf 90 nach unten korrigiert, doch Einsatzleier warnten: Die Zahl der Todesopfer werde in den nächsten Tagen “dramatisch nach oben schnellen”. 17 Tote wurden bisher geborgen. Die Leiche des jüngsten Opfers, dem vier Monate altem Mädchen Senoah Huestis, wurde Donnerstag entdeckt. Auch ihre Großmutter Christina Jefferds starb in dem Inferno aus Schlamm, Sand und Gebäudeteilen. 180 Menschen lebten insgesamt in der völlig ausgelöschten Siedlung.