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In ersten, Montagabend in der „Washington Post“ durchgesickerten Details eines 6300-Seiten-Kongress-Reports über die Folterpraktiken des US-Geheimdienstes nach 9/11 werden Konturen eines Riesenskandals sichtbar. Das Urteil des Geheimdienstausschusses des US-Senats ist verheerend: Die CIA habe Regierung wie Öffentlichkeit jahrelang über die Brutalität der Verhörprogramme in die Irre geführt, die Signifikanz aufgedeckter Terror-Komplotte aufgebauscht und gewonnene Einsichten fälschlicherweise “besonderen Verhörmethoden” zugeschrieben, obwohl wichtige Infos oft ohne Folter besorgt wurden.

Der Skandalreport soll das Ausmaß eines Schattenreiches der CIA voller Folterstationen (“Black Sites”) rund um die Welt dokumentieren, so ein Informant zu dem Blatt. Beschrieben wird neben dem bekannten Waterboarding auch eine Methode, wo Gefangene in einem Gefängnis in Afghanistan in einen Tank mit eiskaltem Wasser getaucht wurden.

Das Senats-Komittee soll am Donnerstag darüber abstimmen, ob eine Zusammenfassung des Berichts an US-Präsidenten Barack Obama zur De-Klassifizierung geschickt werden kann.

Die laut dem Report schlimmste Fehlinformation der Geheimdienstler: Die CIA-Führung hatte stets angedeutet, dass die Folter-Verhöre jene kritischen Informationen zu Tage gefördert hätten, die beim Aufspüren von Osama Bin Laden in dem Versteck in Abbottabad (Pakistan) eine Rolle gespielt hätten. Millionen an durchforsteten Akten widersprechen diesen Aussagen klar, so der Bericht: Al-Kaida-Insider Hassen Ghul etwa gab den entscheidenden Hinweise bei der Bin-Laden-Jagd, wonach der Terrorchef auf einen Kurier namens “al-Kuwaiti” vertraue, bereits bei Verhören durch kurdische Behörden im Nordirak preis – nicht wie von der CIA behauptet bei späteren Verhören in einer „Black Site“ in Rumänien.

Der Report listet in grimmigen Details brutalste Foltermethoden des Geheimdienstes auf, so das Blatt.