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Dienstag öffneten sich die Gefängnistore in New York für Jonathan Fleming (51) nach einem Vierteljahrhundert. “Ich danke Gott”, waren seine ersten Worte. Endlich konnte er seine Mutter umarmen.

Der Afroamerikaner war nach einer Schießerei 1989 verurteilt worden – obwohl er zum Tatzeitpunkt Urlaub machte fast 2000 Kilometer entfernt in Disney World (Florida).

Fleming wurde nach dem Tod seines Freundes Darryl “Black” Rush, der am 15. August 1989 in Brooklyn erschossen wurde, festgenommen. Eine Zeugin wollte ihn damals erkannt haben. Fleming gab an, dass er während der Tatzeit in Florida war: Er zeigte Flugtickets, Videos und Postkarten von dem Trip. Seine Mutter war auch mit ihm.

Doch es wurde weder ihr noch ihm geglaubt. Die Cops argumentierten, dass er sich dennoch während der Tatzeit in New York aufgehalten hätte können. Den ultimativen Beweise hatte er bei der Verhaftung in der Hosentasche: Eine Hotelrechnung, die seinen „Alibi“ bestätigte. Die Polizisten „verlegten“ den Beweis, der Zettel wurde erst bei der Revision zwei Jahrzehnte später gefunden.

1990 wurde er wegen Mordes verurteilt. Die wichtigste Zeugin zog kurz darauf ihre Aussage wieder zurück: Sie gab zu, dass sie gelogen hatte. Dennoch verlor Fleming alle Berufungsverfahren. Erst im Vorjahr verlangten seine Verteidiger von der Staatsanwaltschaft eine Überprüfung des Falles.

„Ich werden jetzt Dinner mit meiner Mutter und meiner Familie haben“, sagte er nach der Entlassung: „Dann lebe ich den Rest meines Lebens…“