Der Gouverneur des US-Staates Nathan Deal (R) unterschrieb das extremste Waffengesetz der USA. Hier scheint ein Traum der Waffenlobbby NRA in Erfüllung gegangen zu sein: Bürger dürfen ihre Waffen offen tragen auf öffentlichen Plätzen, in Bars, Schulen, Regierungsgebäuden und Kirchen.

Fortan kommen sogar Waffenträger, die mit Pistolen bei Sicherheits-Checks am Flughafen auftauchen, mit einer Verwarnung davon. Allein im Vorjahr wurden am Hartsfield-Jackson-Airport, dem größten der Welt, 111 Faustfeuerwaffen konfisziert. Jetzt dürfen sie die Besitzer wieder einfach mit nach Hause nehmen.

Deal pries das Gesetz: “Menschen, die sich an die Regeln halten, können sich selbst und ihre Familien gegen jene verteidigen, die sich nicht an die Regeln halten”, sagte er. Willkommen im Wilden Westen sozusagen. Die NRA freilich freute sich über die “waffenfreundlichste Reform jemals”.

Waffengegner sind entsetzt. Sie tauften die Reform „Knarren überall“-Gesetz. Widerstand kam auch von der Polizei in den Metropolen des südlichen US-Staates. Das Gesetz soll am 1. Juli in Kraft treten.

Die tragische Ironie: Nach dem Schulmassaker von Newtown, das eine Wende beim US-Waffenwahn bringen hätte sollen, setzte sich vor allem die Waffenlobby durch: Viele Staaten lockerten die Gesetzgebung, Waffenkäufe, besonders von Sturmgewehren, explodierten.

Photo by Kordite