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Rancher Cliven Bundy in Nevada wurde bei dem jüngsten Stand-off mit den „Feds“ um Weiderechte zum Helden von regierungsfeindlichen Bürgerwehren, Patriotenverbänden, rechten „Tea Party“-Politikern und konservativen Kommentatoren, nachdem er mit Hilfe bewaffneter Milizen und berittener Cowboys Bundesagenten, die seine Herde beschlagnahmen wollten, zum Rückzug zwang.

Bundy verweigert seit 1993 die Bezahlung von Gebühren für das Grasen seiner 900-Rinder-Herde: Das Land gehört den Vereinigten Staaten, er schuldet der Regierung bereits über eine Million Dollar.

Der 68-Jährige „Rebell“ in der Prärie wurde – samt aller Wild-West-Romatik – zur Mediensensation und zum Mythos, wie auch zum Vorbild von Ranchern in anderen Bundesstaaten beim Streit mit dem „Bureau of Land Management“ (BLM) um Weiderechte. Republikaner-Politiker und rechte Talk-Radio-Moderatoren feierten Bundy als Symbol amerikanischer Freiheitsliebe.


Cliven Bundy

Bis er sich freilich als lupenreiner Rassist entpuppte: In einer wirren Tirade vor Anhängern in Bunkerville (Nevada) sinnierte Bundy über die Lebensweise der „Negros“: „Die treiben ihre Kinder ab, werfen ihre jungen Männer ins Gefängnis, da sie nie gelernt haben, wie man Baumwolle pflückt“, zitierte die NYT die unfassbaren Ausfälle. Bundy fragte sich weiter: „Ging es ihnen als Sklaven besser oder jetzt unter den Hilfszahlungen der Regierung? Sie erhielten nicht mehr Freiheit. Sie erhielten weniger Freiheit“.

Republikaner-Senator Chandler Smith, der Bundy davor noch als „Patriot“ bezeichnete, distanzierte sich von den „völlig unangebrachten, rassistischen Aussagen“. Während des Tages suchte das gesamte GOP-Establishment das Weite. Bundy selbst verteidigte seine Bemerkungen: Er hätte sich einfach nur selbst gewundert…