Todesstrafen-Skandal! Exekution in Oklahoma scheitert, Delinquent stirbt an Herzversagen, zweite angesetzte Hinrichtung abgesagt


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Im Abstand von nur zwei Stunden sollte im Todestrakt der „Oklahoma State Penitentiary” in McAlester Dienstagabend die erste Doppel-Exekution in den USA seit 2000 und die erste in dem Staat seit 1937 stattfinden. Zuerst sollte Clayton Lockett hingerichtet werden für den Mord an einer 19-Jährigen in 1999, die gekidnappt, angeschossen und lebendig begraben wurde. Kurz darauf war die Hinrichtung von Charles Warner angesetzt, der 1997 die elf Monate alte Tochter seiner Freundin vergewaltigte und tötete. Doch dann ging die erste Exekution völlig schief: Nach der Verabreichung des ersten Mittels, das Lockett eigentlich betäuben hätte sollen, bewegte sich der Delinquent plötzlich, wand sich, röchelte. Er murmelte: “Mann…” Und: “Da stimmt was nicht..” Ein Arzt intervenierte und sah, dass der Schlauch blockiert war. Keine der Mittel flossen in seinen Körper. Die Hinrichtung wurde gestoppt, Gefängnisdirektor Robert Patton gab um 19:06 Uhr Ortszeit bekannt, dass Lockett an einem massiven Herzinfarkt starb. Die Exekution des zweiten Delinquenten, Warner, wurde auf Eis gelegt.


Beide Hinrichtungen galten auch als “Experiment”, wie Anwälte kritisierten: Wie in vielen anderen US-Staaten mussten die Henker eine neue Giftkombination bei der Todesspritze finden: Durch Nadeln im Unterarm sollten Midazolam, Pancuroniumbromid und Kaliumchlorid fließen. Kritiker wandten ein, dass eine durch die Verfassung verbotene Grausamkeit nicht auszuschließen sei. Wegen dem Rechtsstreit waren die Hinrichtungen zuletzt verschoben worden, doch dann gab das Oklahoma-Höchstgericht grünes Licht. Nach der makaberen Panne dürfte die Debatte um die Todesstrafe in den USA aufleben.

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