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Amerikas Rechte haben nun ihre eigenen Theorien nach dem explosiven Vanity-Fair-Dossier von Ex-Praktikatin Monica Lewinsky (40): Die Kalifornierin, die sich mit dem damaligen US-Präsidenten Bill Clinton zwischen 1995 und 1997 neun Mal zum Oralsex hinter dem Oval Office traf, wollte in ihrem neuen Beitrag nach über einem Jahrzehnt Stillschweigen ein paar Sachen „richtigstellen“: Sie behauptet, dass sie Clinton als „Boss“ zwar ausgenützt hätte, doch die Affäre insgesamt im beiderseitigen Einverständnis lief. Lewinsky beschwert sich, dass sie durch Clintons Helfer, Schergen des Sonderermittlers und den Medien zum Sündenbock gemacht und stigmatisiert wurde. Sie enthüllt weiter, dass sie sich damals das Leben habe nehmen wollte. Lewinsky behauptet, sie hätte Jobangebote mit Gagen von über zehn Millionen Dollar abgelehnt, doch dann wegen „ihrer Vergangenheit“ keinen Job mehr gefunden.

Die New York Post fasste ihren Betrag am Cover provokant zusammen: „Mein Leben stinkt!“

Lewinsky Aufguss von „Monicagate“, ausgelöst durch eine Vorab-Zusammenfassung des Artikels am Dienstag, sorgte in den US-Medien nur kurzzeitig für Aufregung, doch im Internet wurde die Story zu einem der Top-Trends.

Pikant ist freilich, dass der Skandal die Clintons gerade jetzt einholt, als Hillary ihre Präsidentschaftskandidatur überlegt. Und genau da haken jetzt die mit Clinton-Verschwörungen besessenen Ultra-Konservativen ein: Die Frau von Bushs Vize Dick Cheney, Lynn, glaubt sogar, die Clintons würden höchstpersönlich hinter dem Aufwärmen des alten Sexskandals stehen. Cheney meinte auf Fox News, die Story sollte jetzt „aus dem Weg geräumt werden“, damit sie während Hillarys möglicher Präsidentschaftskandidatur nicht mehr hochkomme. Die These für die Theorie formulierte Cheney so: Würde das „liberale“ Vanity Fair etwas publizieren, was den Clintons nicht in den Kram passe?

Angesichts solch kruder Verdächtigungen darf eine wohl einzigartige Schlammschlacht erwartet werden, sollte Hillary tatsächlich antreten…