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Proteste der Hollywood-Elite gegen den neuen Eigentümer des „Beverly Hills Hotels“ zeigen offenbar Wirkung: Stars wie Late-Talker Jay Leno oder Aktrice Ellen DeGeneres riefen lautstark gemeinsam mit Gruppen für Homo-Rechte zu einem Boykott eines der ikonischen Hotels der Filmmetropole LA, wo Liz Taylor gerne ausspannte und Marilyn Monroe Milkshakes schlürfte, auf. Eine vom Sultan von Brunei kontrollierte Finanzgruppe hatte die Liegenschaft übernommen. Ins Visier der Protestbewegung geriet der Sultan wegen der Einführung des islamischen Scharia-Rechtes und Gesetzen, die Todesstrafen für homosexuelle Beziehungen vorsehen.

Die größten Talent-Agenturen WME und CAA hatten ihre Klienten – samt der halben A-Liste Hollywoods – angewiesen, die Örtlichkeit fortan zu meiden. Mitarbeiter der Agenturen wurde in Emails aufgerufen, dort keine Geschäftsessen mehr abzuhalten. Paparazzi warten bereits auf mögliche „Boykott-Brecher“: Jeder, der dort gesehen wird, kann mit einem schweren Imageschaden rechnen, so die New York Post.

Der Aufruf zum Boykott ist jetzt derart erfolgreich, dass die Anlage regelrecht verwaist ist. Sonst dinieren in der legendären Polo Lounge „Movers und Shakers“ der Filmindustrie wie Regielegende Steven Spielberg, Super-Agent Ari Emanuel oder Filmmogul Jeffrey Katzenberg, doch nun sind alle Tische leer, wie ein Lokalaugenschein des „Hollywood Reporters“ (THR) zeigte. Zuerst wurden Wohltätigkeitsveranstaltungen wie die „Motion Picture & Television Fund´s Night before the Oscars Party“ oder eine Spendenfondsgala der Kinder-Charity von Star Wars-Regisseur J.J. Abrams abgesagt, jetzt verlieren die Restaurants des Hotels auch ihre Gäste zu Mittag. Das Beverly Hills Hotel rangierte noch kürzlich auf Rang 2 der Liste für die besten „Power-Lunches“ der Stadt. Jetzt sind die Tische leer.

Der Streit um den Sharia-Eigentümer einer Hollywood-Institution wurde auch zum Politikum: Das „City Council“ von LA hatte die Regierung in Brunei aufgefordert, ihr Investment in das Hotel aufzugeben. Der Bürgermeister von Beverly Hills verlangte ebenfalls, dass ein neuer Eigentümer her müsse.