Die Lage an Amerikas Grenze zu Mexiko spitzt sich weiter zu: Zehntausende Kinder aus Zentralamerika, die ohne ihre Eltern vom Schmugglern durch Mexiko in die USA geschleust werden, überqueren die Grenze. „Processing Centers“ und weitere Anlagen der US-Grenzbehörden platzen aus allen Nähten.

Die „humanitären Notlage“ wächst sich zu einer neuen politischen Krise für US-Präsidenten Barack Obama aus. Der Ansturm wurde ausgelöst, nachdem in den USA über Amnestie für illegale Kinder beraten wird. Die Obama-Regierung schränkte dazu die Deportation von Minderjährigen stark ein.

Die Behörden suchen nun nach einem Heer an „Nannys“, um sich um die „Border Children“ zu kümmern. Mit Stellenausschreibungen wurde nach temporären Hilfskräften gesucht, die eine Ausbildung in „Kinderbetreuung, Beratung von Jugendlichen oder als Lehrkräfte haben“, berichte die New York Post. Die „Babysitter-Armee“, so das Blatt, würde zur Besetzung von „Processing Centers“ 24 Stunden pro Tag für die „voraussehbare Zukunft“ benötigt. In einem Akt der Verzweiflung hatten die Grenzbehörden bisher oft Kinder in Busse verfrachtet und in Städten wie Phoenix (Arizona) einfach ausgeladen.

Allein heuer wird der illegale Grenzübertritt von 50.000 Kindern ohne Begleitung erwartet. Es fehlt an Unterkünften und Betreuern für die „Border Children“. Eltern schicken sie in die USA auch wegen wachsender Banden- und Drogen-Kriminialität in Staaten wie El Salvador oder Guatemala.

Die Krise könnte einen weiteren Sargnagel für Obamas geplante Immigrations-Reform darstellen, wo 12 Millionen Illegalen in den USA ein Weg zu Aufenthaltsbewilligungen ermöglicht werden sollte.