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Ein exzentrischer Multimillionär aus China zeigt ein Herz für Obdachlose im Big Apple – oder ist es doch nur ein zynischer PR-Stunt, um sich weltweit ins Rampenlicht zu bringen?

In einer ganzseitigen Anzeige in der „New York Times“ und einer halbseitigen im „Wall Street Journal“ (Kosten: 175.000 Dollar) lud Chen Guangbiao, der es mit Recycling auf ein Gesamtvermögen von 850 Millionen Dollar brachte, 250 Homeless nächsten Mittwoch zu einem Festmahl in das idyllisch an einem Teich im Central Park gelegene Nobelrestaurant „The Loeb Boathouse“ ein. Chen lässt dann ein Essen aus drei Gängen im Wert von je 300 Dollar auffahren. Die nach den Leckereien gestärkten, „armen Amerikaner“, wie sie Chen in seinen Inseraten bezeichnete, müssen mit ihm den Song „We Are The World“ anstimmen.

„Ich möchte vermitteln“, erklärte der Krösus der „South China Morning Post“, „dass es in China Philanthropen mit Herz gibt und nicht alle nur süchtig nach Luxusgütern sind“.

Die „New York Post“ befragte ein paar Obdachlose: Die meisten fanden die Idee gut und würden sich – als Kontrast zur Sandwich-Verpflegung in den Notunterkünften – eine mit Sesamsamen besprenkelte Thunfisch-Vorspeise, asiatischen Gemüse-Salat und Rindsfilet mit Radieschen aus Hauptspeise sicher schmecken lassen. Sie können sich im Internet für den Event anmelden.

Doch insgesamt wird die Aktion in New York als herablassend und zynisch empfunden. Die Diskussion darüber hat gerade begonnen. Als „Fortune Kooky“-Verrückten verspottete ihn die „Post“ am Cover.

Chen sorgte bereits früher mit provokanten Aktionen für Aufruhr in den USA: Jüngst wollte er die New York Times kaufen. In China verhökert er Luft in Dosen, ein TV-Studio ließ er mit 100-Yuan-Scheinen tapezieren.