Millionen Amerikaner feierten am langen Feiertagswochenende den „Independence Day“ mit Grillfesten, Feuerwerken und Ausflügen an die Strände – die Großstädte Chicago und New York versanken jedoch in einer unheimlichen Serie blutiger Waffengewalt.

Die Polizei in Chicago, die seit Jahren die Verbrechenswelle kaum in den Griff bekommt, zählte von Freitag bis Sonntag 60 Schussopfer, neun Menschen starben. Die Gewaltwelle begann am Freitag um 2:30 Uhr, als ein 34-Jähriger im Kugelhagel eines „Drive-by“-Shootings starb.

Dann eskalierte die Gewalt nur noch: Ein Teenager wurde in einem Auto erschossen, ein Mann von einem fallenden Geschoss am Kopf verletzt, ein Rachsüchtiger schoss seiner Ex-Freundin mit einer Pistole ins Bein. Zwei der Todesopfer wurden von der Polizei getötet, darunter ein Teenager: Der hatte Beamte angeblich mit einer Waffe bedroht.

2014 wurden bisher 1.100 Menschen in Chicago angeschossen. Kaum zu glauben: Die Todesrate in Chicago sinkt, nachdem Bürgermeister Rahm Emanuel nach dem „Mörderjahr“ 2012 mit 500 Toten eine „Polizei-Offensive“ anordnete.

Alarmierende Anzeichen eines Anstieges der Waffengewalt gibt es in New York, das – völlig anders als Chicago – zuletzt die niedrigsten Mordraten seit Jahrzehnten verzeichnete. Keinesfalls friedlich ging es jedoch an diesem „4th of July“-Wochenende zu: Zwölf Menschen wurde binnen nur fünf Stunden von Kugel getroffen in der Bronx, Brooklyn und Staten Island, drei starben. Besonders grauenhaft war der Fund des 24-Jährigen Devon Powell, der tot bei einem Bus-Stopp entdeckt worden war. Seine Kopfwunde war so verheerend, dass die Polizei zuerst nicht wusste, ob er erschossen, erschlagen oder erstochen wurde, so die New York Post.

Auch am Wochenende davor wurden in New York 15 Menschen angeschossen, drei erlagen ihren Verletzungen. Die Mordrate liegt 2014 um acht Prozent über der des Vorjahres.