Hillary Clinton, die weiter über ihre Kandidatur zum US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 „nachdenkt“, wollte mit ihren eigenen Memoiren „Hard Choices“ den Sommer dominieren. Das Kalkül ist nicht aufgegangen: Die Bio wurde als „Schnarcher“ verrissen, inoffizielle Skandalbücher über Hillary und die Clintons dominieren die Bestsellerlisten: „Blutfehde“ von Skandalbuch-Veteranen Ed Klein enthält zwar peinliche Details über Hillarys Gesundheitsprobleme, doch sonst bekommen in dem Tell-All eher Barack und Michelle Obama das meiste Fett ab.

Mehr ans Eingemachte  könnte für Bill und Hillary das neue Buch „Clinton, Inc.“ des konservativen „Weekly Standard“-Autors Daniel Halper über die lukrative Geldmaschinerie des Politpower-Paares gehen. Es drohen Enthüllungen über „Kriecher Bill“, „Eiskönigen Hillary“ und „Prinzessin Chelsea“, heißt es.

Grund  genug offenbar für die Clintons, aktiv zu werden, mutmaßt Lloyd Grove in „The Daily Beast„: Ein bewusster und ungewöhnlich früher „Leak“ des Buches zehn Tage vor dem Verkaufsstart sollte den Verlag am kalten Fuß erwischen und den ganzen PR-Plan durcheinanderwirbeln.

Am Wochenende sandte ein gewisser Robert Joseph Wright eine Email samt PDF aller 312 Seiten des Enthüllungsbuches an eine Liste hochkarätiger US-Reporter. Der Leaker ist über Google oder andere Datenbanken nicht identifizierbar, heißt es. Und wie er zur Liste der wichtigsten Polit-Journalisten des Landes kam, ist ebenso ungeklärt.

Deshalb wurden prompt Akteure aus dem Clinton-Umfeld hinter der Enthüllung des Buch-Inhaltes vermutet. Aus der Luft gegriffen scheint es nicht: Die Clintons sind seit dem berühmten „War Room“ des Wahlkampfes 1992 berüchtigt, auch präventiv zuzuschlagen.