Eigentlich wollte die liberale Senatorin Elizabeth Warren, die sich mit ihrem Kampf gegen Wall-Street-Banken einen Namen machte, bloß Parteikollegen beim Wahlkampf zur Senats-Wiederwahl bei den Midterm-Wahlen im Herbst helfen. Doch ihre Auftritte werden vor allem von der liberalen Basis umjubelt, als absolviere Warren bereits eine „Stealth“-Kampagne für eine mögliche Kandidatur für das Oval Office 2016. Bei einem Auftritt in West Virginia am Montag gab es „Standing Ovations“ in einem gerammelt vollen Ballsaal.

Warrens kämpferische und populistische Parolen über die Ausbeutung der Mittelklasse durch Banken und Corporate America fallen – auch wegen dem Frust der Parteiliberalen über den mutlosen US-Präsidenten Barack Obama – auf fruchtbaren Boden. Partei-Aktivisten gründeten bereits Unterstützungs-Kommitees, die Warren zu einer Kandidatur anspornen sollen. Fast liegt ein Hauch des einstigen „Yes we can“-Obama-Fiebers in der Luft. Die bisherige Partei-Favoritin Hillary Clinton hat Grund zur Nervosität, urteilen US-Beobachter.

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