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Die Gouverneurin von Arizona, Jan Brewer, ordnete eine Untersuchung der verpfuschten Giftspritzen-Hinrichtung des Doppelmörders Joseph Wood an, der am Mittwoch erst nach 117 Minuten Todeskampf verstarb. Seine Anwälte berichteten über Röcheln und Schnarchgeräusche. Wood soll einen qualvollen Tod gestorben sein, so Zeugen: Er schnappte 600 mal nach Luft.

Doch die Untersuchung über den Gift-Murks soll von der Gefängnisverwaltung selbst durchgeführt werden, eine unabhängige Kommission ist nicht vorgesehen. Die Leiche soll aber wenigstens von einem unabhängigen Gerichtsmediziner obduziert werden, so der Sender NBC.

Seit den US-Henkern der Vorrat an erprobten Präparaten für die Giftinjektionen ausgegangen ist (wegen Rechtsproblemen und Liefer-Boykotten aus Europa), wird mit neuen Mixturen herumexperimentiert. Die Pannen bei der Anwendung der Todesstrafe häufen sch: Im April starb im US-Staat Missouri der Verurteilte Clayton Lockett nach 46 Minuten Horror. Die Vene, in die die Infusionsnadel eingeführt worden war, „explodierte“. Lockett starb am Ende an einem Herzinfarkt.

US-Präsident Barack Obama ordnete damals eine Untersuchung durch das Justizministerium an. Mehr als ein Monat lang kam es zu keinen Exekutionen. Doch seither wurden bereits wieder fünf Delinquenten ins Jenseits befördert, drei davon innerhalb von 24 Stunden. Das US-Höchstgericht genehmigt Hinrichtungen weiterhin, obwohl die meisten US-Staaten ihre neuen Gift-Rezepturen geheimhalten.

Einige US-Richter sinnieren bereits über Alternativen zu den Giftinjektionen: Eine Richterin in Kalifornien hielt Erschießungskommandos, wie es sie wahlweise noch in Utah gibt, für die effizienteste Tötungsmethode. Ein Kollege brachte sogar die Guillotine ins Spiel.