Straßenschlachten zwischen Demonstranten und der Polizei in Ferguson (Missouri) nach dem Tod des schwarzen Teenagers Michael Brown (†18)  eskalierten in der Nacht auf Montag dramatisch. Es kam zu Straßenschlachten mit Tränengas und Schießereien.

Missouri-Gourverneur Jay Nixon mobilisierte die Nationalgarde: Soldaten sollen Ruhe in den 21.000-Einwohner-Vorort von St. Louis bringen, der seit Browns Tod am 9. August täglich an Intensität zunehmende Auseinandersetzungen zwischen Afroamerikanern und einem wachsenden Polizei-Aufgebot erlebt.

Zuletzt hatte Nixon ein nächtliche Ausgangssperre verhängt, die täglich ab Mitternacht in Kraft tritt. In der Nacht auf Montag versank Ferguson jedoch in einem bisher nicht erlebten gewalttätigen Chaos.

Die Polizei lieferte ein Protokoll, das die Intensität der Gewaltorgie illustriert, so „USA Today„:

20:25 Uhr: Mann angeschossen in West Florissant Street;

20:26 Uhr: Schüsse abgefeuert;

20:27 Uhr: Verdächtiger am Boden;

20:28 Uhr: Polizei erhält Reports über acht Bewaffnete, taktische SWAT-Teams gehen in Stellung;

20:56 Uhr: Hunderte Demonstranten greifen den Polizeistützpunkt an, Beamte feuern Tränengas-Granaten;

21:20 Uhr: Angestellte eines McDonalds verbarrikadieren sich in einem Lagerraum, nachdem Demonstranten das Lokal stürmen.

Es soll zu Plünderungen gekommen sein, sagte Polizei-Kommandant Ron Johnson von der „Highway Patrol“, der das Polizeikommando letzte Woche übernommen hatte.

Demonstranten bestritten die Vorwürfe der Polizei: Demnach hätten Beamte friedliche Kundgebungsteilnehmer, darunter Frauen und Kinder, ohne Provokationen mit Tränengas beschossen.

US-Justizminister Eric Holder hatte am Sontag eine Autopsie Michael Brown angeordnet. Laut vorläufigen Ergebnissen wurde der Teeanger vom weißen Polizisten Darren Wilson (28) mit sechs Schüssen getötet, zwei Kugeln trafen das unbewaffnete Opfer im Kopf.

Die News hatten die Wut und Verzweiflung der Familie des Studenten, der letzten Montag seine College-Ausblidung beginnen hatte sollen, nur noch vergrößert. Ihre schlimmste Befürchtung traf ein, so Bürgerrechtsanwalt Benjamin Crump: „Er wurde exekutiert!“

Um noch mehr Salz in die Wunden zu streuen, hatte die Polizei das Video-Tape eines „Überfalls“ von Brown vor den Todesschüssen auf einen Laden veröffentlicht, wo er Zigarren gestohlen haben soll. Die Veröffentlichung stelle einen weiteren „Rufmord“ am Opfer dar, wurde protestiert.

Aber auch der schießwütige Cop hat seine Fans: 100 Anhänger von Beamten Wilson bekundeten bei einer Demo in St. Louis ihr Unterstützung. Eine von Fans eingerichtete Facebook-Site erhielt bis Montag 23.000 „Likes“.