Alle Signale stehen auf „Go“, so scheint es jedenfalls: Hillary Clinton, die berühmteste Politikerin der Erde, tourt durch die USA für Buch-Signierstunden ihrer Memoiren „Hard Choices“, setzte sich in Sachen Außenpolitik von Ex-Boss Obama ab, mietete ein Großraum-Büro in Manhattan und lässt getreue Mitarbeiter an der Logistik einer Präsidentschaftskampagne werken und an Siegerstrategien feilen. Sogar eine Reise nach Iowa, dem traditionellen Start der Vorwahlen, ist für September geplant. Verwunderung herrschte jedoch, dass sie zum Tod des schwarzen Teenagers Michael Brown bisher eisern schwieg.

Doch tritt sie auch wirklich an? Dieses Jahr wollte sich Clinton erklären, beharrt sie bei jeder Gelegenheit in allen rhetorischen Nuancen. Doch die „Dems“ wollen Klartext – lieber früher als später. Das Argument: Je länger sie als wahrscheinliche, aber nicht deklarierte 2016-Kandidation durchs Land ziehe und die Medien dominiere, desto länger blockiere sie potenzielle alternative Kandidaten oder Kandidatinnen, so Strategen zu NBC.

Denn in der Partei lautet das Motto derzeit: „Warten auf Hillary“. Der Druck auf die Ex-Außenministerin wächst daher, auch wenn viele bereits einen „Point if no return“, einen Punkt, wo kaum mehr wer mit einem Hillary-Absprung rechnet, überschritten sehen. Hillary Clinton hätte auch der Partei wohl schon mitgeteilt, sollte sie kalte Füße bekommen haben, wird spekuliert. Gehofft wird dennoch bei den Demokraten, dass sie ihre Entscheidung noch vor den „Midterm-Wahlen“ bekannt gibt. Die Erklärung ihrer Kandidatur könnte auch ihren missglückten Sommer voller Negativschlagzeilen vergessen machen, durch den sie in Umfragen jüngst absackte.

Gehandelt als mögliche Hillary-Alternativen wurden zuletzt die linke Senatorin und Wall-Street-Schreck Elizabeth Warren. Mit einer Kandidatur des derzeitigen Vize Joe Biden wird ebenfalls gerechnet, wenn ihm auch wenige innerhalb der Partei Siegeschancen einräumen.