Print Friendly, PDF & Email

Ein Mega-Merger sorgt für Proteste und Boykott-Aufrufe in den USA: Der Fast-Food-Riese Burger King plant den Kauf der kanadischen Kaffee- und Donut-Kette Tim Hortons um $11 Mrd. – doch vor allem die geplante Verlegung der Firmenzentrale von Florida nach Kanada sorgt für Ärger.

Der Schritt schien in der Chefetage einleuchtend: Der Steuersatz für Firmengewinne liegt in den USA bei 35 Prozent (eine der höchsten Raten der Welt), in Kanada liegt der Satz bei nur 15 Prozent. Mit Tim Hortons sucht „The King“ auch eine stärkere Präsenz im Kaffee- und Frühstücksmarkt und eine aggressive weltweite Expansion. Burger King geriet zuletzt im „Fastfood-Krieg ums Frühstück“, so die Huffington Post, gegen die Konkurrenten McDonald´s und Dunkin´ Donuts in die Defensive. Der Merger würde die drittgrößte Fast-Food-Firma der Welt mit weltweit 18.000 Läden und $23 Mrd. Jahresumsatz schaffen.

Die Pläne zur „Steuerminderung“ lösten jedoch einen Shitstorm aus, den die Manager offenbar völlig unterschätzten: Wütende Bürger machten ihrem Ärger auf der Firmen-Website Luft. „Diese Gier der Firmen ist einfach unerträglich“, schrieb Mike Gee aus Arkansas. Der Schritt wurde als „unpatriotisch“ verdammt. „Wenn ich der Konkurrent McDonald´s wäre“, schlug der demokratische Kongressabgeordnete Chris Van Hollen vor, „würde ich sofort eine Kauft-Amerikanisch-Kampagne starten“.

Die Wut gegen Burger King würde größere Löcher in die Bilanz reißen, als an Steuern gespart werden könne, prangerten andere Politiker die Kurzsichtigkeit und Abgehobenheit der Firmenführung an.

Kritisiert wurde auch Investoren-Legende Warren Buffett, sonst ein Verbündeter von US-Präsidenten Barack Obama beim Drängen auf höhere Steuern für Reiche: Buffett hilft bei der Finanzierung des Deals mit einem Kredit von $3 Mrd..