Obama wollte über Weltkrisen reden, stattdessen wurde über seinen „Opa-Anzug“ gelästert. Mit dem Krieg in der Ostukraine und der Barbarei der IS-Terrormilizen in Nahost blickte die Welt gebannt nach Washington: Wann schreitet Amerika energischer ein?

Doch dann stand US-Präsident Barack Obama bei einer Pressekonferenz im White House da, sichtlich gealtert, mit leiser Stimme dozierend, unsicher. „Wir haben keine Strategie gegen IS”, gab er zu.

Für weit mehr Aufsehen als das neuerliche Zurückrudern des Zauder-Präsidenten bei den bereits erwarteten US-Militärschlägen gegen IS auch in Syrien sorgte ohnehin Obamas beiges, schlecht geschnittenes Sommer-Sakko. Auf Twitter spottete die Nation: Obama sei „am Weg zu einer Sommerhochzeit”, lästerte ein Reporter. Schlecht sitzen würde obendrein der „Großvater-Anzug“, er sei zu blass, zu uncool. Insgesamt: Ein Mode-Fiakso.

In den USA heißen taupefarbene Sakkos „Tan Suits“, unter dem Begriff sammelten sich rasch 6000 Tweets, darunter persiflierte alte Obama-Slogans wie „Yes we tan!“ oder „Taupe and Change”.

Aber vielleicht hat Obama sein Ziel erreicht: Die Debatte um das Opa-Sakko überschattet die wachsende Kritik an seiner hilflosen Außenpolitik. Die „Twitter-Nation“ wäre mächtig abgelenkt worden von ernsthafteren Dingen, gestand die Washington Post ein.