Iraks neuer Premierminister Haider al-Abadi hatte es fast beiläufig bei einer Plauderei mit Reportern am Rande des UN-Gipfels in New York fallengelassen – doch seine Kommentare über einen Terror-Alarm in New York schickten Schockwellen rund um den Globus: Gefangene der Terrormiliz des „Islamischen Staates“ (IS) hätten irakischen Geheimdiensten über geplante Attacken gegen die New Yorker Subway und die Pariser Metro berichtet. „Ich habe heute glaubwürdige Berichte aus Bagdad erhalten“, sagte der Iraker, „dass Netzwerke innerhalb des Irak Attacken planen“. Er fügte an, dass die Terrorkomplotte bisher noch nicht gestoppt werden konnten.

Die Bombenanschläge sollen Dschihadisten mit französischen und amerikanischen Pässen ausführen, fügte al-Abadi an, so der US-Sender CBS.

Kaum blinkten die „Breaking News“ auf internationalen Kanälen wie CNN auf, rotierte die US-Regierung mit Beschwichtigungen: al-Abadi, der gerade den umstrittenen Nouri al-Maliki abgelöst hatte und auf den Washington große Hoffnungen setzt, hatte die US-Regierung am kalten Fuß erwischt. White House, State Departement und das Heimatschutzministerium wiesen die Warnungen zurück. Ihrerseits gäbe es keine Hinweise auf Terrorpläne gegen die U-Bahn-Systeme der beiden Weltmetropolen.

Der Irak-Premier beteuerte jedoch, dass er Washington vorab informiert hätte. Die Warnung trifft einen rohen Nerv im Big Apple: Es herrscht laut NYPD-Chef Bill Bratton ohnehin die „höchste Terrorgefahr seit dem 11. September“.

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