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Die „Clinton Presidential Library“ in Little Rock (Arkansas) gab Freitagnachmittag 10.000 bisher unter Verschluss gehaltene Aktenseiten der Clinton-Amstzeit frei. In den Unterlagen sind mögliche brisante Passagen zu allen der großen Clinton-Skandale enthalten: Die Affäre um den Immobilien-Deal Whitewater, die Pardonierung des Financiers Marc Rich, der Selbstmord von White-House-Anwalt Vince Foster, Hillary Clintons „Task Force“ zur gescheiterten Gesundheitsreform – und natürlich der Mega-Sexskandal „Monicagate“ nach der Affäre zwischen Präsidenten Bill Clinton und der Praktikantin Monica Lewinsky.

Nachzulesen ist in den Unterlagen, wie der nervöse Stab Lewinsky ins Pentagon versetzte, als sie „Clinton zu nahe kam“.

Die Freigabe der Dokumente wird in Zusammenhang gebracht mit einer möglichen Kandidatur von Hillary Clinton fürs White House in 2016. Es soll früh möglichen Vorwürfen der Geheimniskrämerei begegnet werden. Und sollten neue „Bomben“ in den Unterlagen stecken, wäre Hillary Clinton die Skandalberichterstattung jetzt lieber als im Wahlkampf. Bisher scheinen jedoch nach einer Durchsicht von „USA Today“ die Papiere eher harmlos. In einem Memo, in dem Gegenargumente nach der Veröffentlichung des für Bill Clinton verheerenden „Starr-Reports“ zum Monicagate-Skandal gesucht wurden, hielten White-House-Mitarbeiter fest: „Der Präsident habe den schweren Fehler eingestanden, eine unangebrachte Beziehung mit Monica Lewinsky begonnen zu haben…“

Der Stab schloss weiters: „Seine privaten Fehler sind keine Grundlage für ein Amtsenthebungsverfahren“. In einer Email am Tag des Interviews von TV-Star Barbara Walters mit Lewinsky wurde überlegt, ob Sprecher Joe Lockhart die erwartete Frage, ob Clinton sich das Interview ansehen werde, mit Humor beantworten sollte: „Zu dieser Zeit sieht sich der Präsident üblicherweise Star Treck Voyager an…“, sollte Lockhart scherzen.