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Pahoa war früher ein idyllisches Dorf mit 800 Einwohnern an der Nordostküste des Big Island (Hawaii), jetzt ist der Ort Schauplatz einer sich unendlich langsam entfaltenden Katastrophe: Seit Tagen blickt die Welt auf die spektakulären Bilder eines unaufhaltsam vorrückenden Stromes aus 1000 Grad heißer Lava vom 20 Kilometer entferntem Vulkan Kilauea.

Der Vormarsch des rauchenden, flüssigen Gesteins, begleitet von ohrenbetäubenden Methan-Explosionen, ist unaufhaltsam. Mittwoch ging das erste Haus in Flammen auf. Weitere 60 stehen in der voraussichtlichen Bahn des Lavastromes.

Die schwarze Zunge, durchsetzt von rot glühender, brodelnder Lava, kriecht in Gärten, durchbricht Zäune, überquert Straßen, nähert sich der Volksschule. Ein Friedhof außerhalb des Ortes ist bereits begraben unter dem nun erstarrten Gestein. Die Bevölkerung ist verzweifelt, die Zerstörung gleicht einem Lotteriespiel: Der Lavastrom ist völlig unberechenbar – und unmöglich zu stoppen oder umzuleiten.

Die glühende Walze durchbrach aufgeschüttete Wälle aus Erdreich mühelos. Viele Einwohner sehen die Hand von „Pele“ im Spiel, dem Vulkan-Gott der Hawaiianer. Es bleibt eben nur mehr Fatalismus – und die Flucht.