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Die USA stehen laut jüngsten Umfragen vor der vierten sogenannten „Change“-Wahl in weniger als einem Jahrzehnt, wo die Kontrolle des Kongresses oder des Weißen Hauses wechselt. Das Hin und Her signalisiert eine „bemerkenswerte Phase der politischen Instabilität in der US-Politik“, so das Wall Street Journal. 2006 entrissen die Demokraten den Republikanern zuerst die Macht im Kongress, 2008 mit Barack Obama dann das White House. 2010 holten sich die Republikaner zuerst die Kontrolle des Repräsentantenhauses zurück. Dienstag – stimmen die Umfragen – könnten sie auch den Senat zurückerobern.

Im letzten Countdown zu dem Mega-Wahltag, wo 36 Senatorensitze, alle 435 Repräsentantenhaus-Abgeordneten und Gouverneure in 36 US-Staaten gewählt werden, bezeichnet die Washington Post die Chance einer Übernahme des Senats durch die GOP mit 96 Prozent. Der erzkonservative Republikaner Mitch McConnell würde dabei zum Senats-Führer werden und den Demokraten Harry Reid ablösen.

Doch unzufrieden sind die US-Wähler durch den bizarren Stillstand in Washington mit beiden Parteien: Ein Klotz am Bein für die Demokraten ist die Unzufriedenheit der meisten Amerikaner mit dem führungsschwachen Obama. Die Republikaner als Partei wiederum können wegen ihrer Frauen- und Immigranten-feindlichen Rechts-Außen-Politik weniger als 30 Prozent leiden.

Die Wahlduelle in den im Senatswahlkampf heuer besonders umkämpften US-Staaten wie Colorado, Iowa oder Louisiana verkamen wegen einer historischen Spendenflut durch meist kaum regulierte Lobby-Gruppen zu Schlammschlachten. Eine Rekordsumme von vier Milliarden Dollar flossheuer in die Midterm-Wahlen.