Dienstag wird die Veröffentlichung eines lange unter Verschluss gehaltenen Berichtes des US-Kongresses über die Folterpraktiken des US-Geheimdienstes CIA nach dem Terrorangriffen des 11. September 2001 erwartet. Zahlreiche Passagen der 480 Seiten langen Zusammenfassung des 6000-Seiten-Berichtes eines Senatsausschusses bleiben ausgeschwärzt, doch wegen verbleibender, grimmiger Details über das Ausmaß des „Waterboarding“ und anderer Folterpraktiken in CIA-Geheimgefängnissen („Black Sites“) werden vor allem im Nahen Osten gewalttätige Proteste gegen US-Einrichtungen befürchtet.

Selbst Außenminister John Kerry hatte sich skeptisch gezeigt hinsichtlich des Timings der Veröffentlichung des Berichtes. Das White House stellte sich Montag jedoch voll hinter die Freigabe: Wegen befürchteter Ausschreitungen wären Sicherheitsvorkehrungen bei US-Einrichtungen erhöht worden, sagte Obama-Sprecher Josh Earnest.

Der Bericht wirft der CIA vor, den Kongress und die US-Öffentlichkeit belogen zu haben. Die Agenten hätten sich dazu über die ohnehin stark aufgeweichten Verhörregeln hinweggesetzt und Terrorverdächtige brutal gefoltert. Dabei hätten die kruden Praktiken kaum hilfreiche Informationen im „Krieg gegen den Terror“ zu Tage gefördert, hält der Report fest. 9/11-Mastermind Khalid Sheikh Mohammed wurde 163 dem „Waterboarding“ unterzogen, wo das Ertrinken simuliert wird. Beobachter erwarteten, dass die CIA wegen den grauenhaften Details in die schlimmste Imagekrise aller Zeiten schlittern könnte.

Der Folterbericht wurde unter der Aufsicht der Senatorin Dianne Feinstein verfasst. Die Demokratin setzte sich massiv für die Veröffentlichung ein.