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Man hatte sich ja vor der Veröffentlichung des Kongress-Folterreports über die Folter-Praktiken des Geheimdienstes CIA nach 9/11 auf einiges gefasst gemacht – doch die Details der 525-Seiten-Zusammenfassung eines insgesamt 6000 Seiten dicken Berichtes führen zu weltweitem Entsetzen: Die CIA-Schergen folterten wie von Sinnen in Geheimgefängnissen („Black Sites“) rund um die Welt, Gefangene wurden mit Bohrern bedroht, bis zu einer Woche am Schlaf gehindert, ein Gefangener wurde 300 Stunden lang in eine Holzschachtel gepfercht, ein Häftling 83 Mal dem „Waterboarding“ unterzogen.

Agenten ketteten Verdächtige an, einer drohte sogar mit der Vergewaltigung der Mutter eines Insassen. Ein Gefangener starb an den Betonboden gekettet an Unterkühlung, so der Senatsreport. Im Gewaltrausch folterte die CIA mitunter sogar ihre eigenen Informanten.

Politiker und die Öffentlichkeit wurden systematisch belogen, inklusive Ex-Präsidenten George W. Bush: Der Geheimdienst beharrte fälschlicherweise vor allem darauf, dass durch die Folterorgien Terroranschläge verhindert worden wären. Bush selbst posaunte 2006 in einer Rede aus, dass 9/11-Drahtzieher Khalid Sheikh Mohammed aufgrund von „Folter-Geständnissen“ geschnappt werden konnte. Der Report enthüllt stattdessen erstmals, dass normale CIA-Arbeit mit Informanten den Bin-Laden-Vize zur Strecke brachte.

Der Wust der „Geständnisse“ aus den Folterkerkern führte meist zu falschen Spuren, so der Report: Und zur Verhaftung Unschuldiger. Schockierend auch: Einige der CIA-Folterknechte waren wegen Sexualverbrechen vorbestraft und hätten niemals Dienst versehen dürfen.

Die „Huffington Post“ illustrierte die Berichterstattung mit einem Folterfoto aus dem finsteren Mittelalter unter dem Titel: „CIA-Folter-Horrorshow“.