Katzenjammer in den USA nach Sony-Debakel: Hacker laut Experten jetzt ermutigt


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Die weiße Fahne des Filmstudios Sony Pictures im Showdown gegen Nordkoreas Hacker-Armee würde künftige Cyber-Terroristen nur ermutigen, urteilen Experten nach dem Einzug der kruden Komödie „The Interview“ über ein Attentatskomplott gegen Diktator Kim Jong-un. „Die Kapitulation gegenüber Cyberterrorismus wird andere Gruppen nur beflügeln“, sagte Sean Doherty, Chef einer IT-Sicherheitsfirma, zum Sender Fox News. Er verglich das Drama mit systematischen Entführungen durch Terrorgruppen, wo Lösegeldzahlungen weitere Kidnappings provozieren. Das rasche Einknicken des Filmstudios angesichts der Drohungen führte in den USA zu einer heftigen Debatte über Selbstzensur, begleitet von wütenden Kommentaren von Hollywood-Stars. Unterdessen wurde die Produktion eines weiteren Nordkorea-Thrillers mit Steve Carell, „Pyongyang“, eingestellt. US-Kinos hätten zudem statt dem eingestampften Film „The Interview“ eine zehn Jahre alte Nordkorea-Satire über Kims Vater, Kim Jong-Il, „Team America: World Police“, ausstrahlen sollen. Doch auch dafür fehlte den Kinoketten die Courage.
Die USA habe den ersten Cyberkrieg verloren, urteilen viele Kommentatoren bereits. Der Fall erreichte das White House: US-Präsident Barack Obama sei „zutiefst besorgt“ über die Cyberattacke, die laut dem FBI von Pjöngjang befohlen wurde. Der Angriff wurde als Bedrohung der nationalen Sicherheit der USA eingestuft. Beraten werde laut US-Medien gerade über eine angemessene „Antwort“. Peinlich nur: Sony hatte „The Interview“ vom White House überprüfen lassen, es gab keine Beanstandungen.

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