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Viele US-Blätter verweigerten einen Nachdruck der umstrittenen Mohammed-Charikaturen nach dem Pariser Terror-Horror. Bestes Beispiel ist die NYT, die sich mit Erklärungen abmühte, warum alte wie neue, angeblich blasphemische Zeichnungen der Satirezeitung nicht gedruckt wurden: Das Blatt habe eine „redaktionelle Entscheidung getroffen“, keine Mohammed-Cartoons zu zeigen, hieß es. Chefredakteur Dean Baquet erklärte, dass die Zeitung eben generell keine Bilder zeige, die „absichtlich religiöse Sensibilitäten verletzen würden“.

Bei der neuen „Charlie Hebdo“-Ausgabe mit drei Millionen Auflage wurde der Spagat fast lachhaft: Weder Online noch in Print war das Cover, wo Prophet Mohammed mit einem „Je Suis Charlie“-Schild zu sehen ist, abgebildet. Die Grey Lady verwies aber darauf, dass Online immerhin zu einem Artikel der Zeitung „Liberation“ gelinkt worden wäre, wo das Cover zu sehen ist.

Leser waren offenbar mehrheitlich sauer, wie „Public Editor“ Margaret Sullivan zugeben musste.

Massenblätter wie die „Daily News“ hatten Mohammed-Zeichnunen auf Fotos mit dem getöteten Chefredakteur Stephane Charbonnier weggepixelt. Die „Washington Post“ zeigte ein wenig mehr Courage: In einem Kommentar war am Donnerstag ein alter „Mohammed-Cartoon“ gedruckt worden, das neue Cover wurde wenigstens direkt auf der Website publiziert.

Das Web-Portal „BuzzFeed“ hingegen veröffentlichte eine ganz Litanei umstrittener „Charlie Hebdo“-Zeichnungen und beschuldigte den Großteil der US-Presse der „Selbstzensur“.