Der Sender NBC leitete eine Untersuchung gegen TV-Moderator Brian Williams ein, nachdem Williams offenbar 12 Jahre lang wahre Märchengeschichten über seinen Einsatz im Irak-Krieg 2003 verbreitete. Williams behauptete, dass ein Helikopter, mit dem er mit US-Truppen durchs Kriegsgebiet flog, von Maschinengewehrfeuer und Mörsergranaten getroffen und zur Notlandung gezwungen wurde. Jetzt jedoch meldeten sich Soldaten, die Williams Version klar widersprechen.

Demnach wäre der News-Star in einem völlig unbeschädigten Chinook-Hubschrauber 30 Minuten hinter dem tatsächlich getroffenen Helikopter mitgeflogen.

Die Lügen entfachten einen Sturm in den US-Medien und dem Internet, wo Williams in Fotomontagen („Memes“) an die berühmtesten News-Schauplätze wie die Mondlandung oder OJ Simpsons Flucht im Bronco-SUV montiert wurde. Hinterfragt wird unterdessen auch die Berichterstattung über

Hurrikan Katrina 2005, als Williams über im Wasser treibende Leichen im „French Quarter“ berichtete, obwohl der Ortsteil gar nicht überflutet war. Williams Vorgänger Tom Brokaw verlangte das Absetzen des „Anchorman“.

Der Sender will den Skandal nun aufklären: „Es waren schwierige Tage für uns“, sagte die Chefin von „NBC News“, Deborah Turness. Williams hatte sich zuerst kurz auf Sendung entschuldigt, doch seine „Klarstellung“ warf noch mehr Fragen auf.

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