Die „Polar Vortex“-Kältewellen des Vorjahres erscheinen mild verglichen mit einem Wetterphänomen, das weite Teile der Ost-USA eine historische Kältewelle beschert: Wettersysteme im Pazifik schaufeln klirrend kalte Luft aus Sibirien über Alaska und Kanada bis tief in den Süden der USA, Wetterfrösche im TV reden vom „Sibirischen Express“.

Meteorologen warnen vor den tiefsten Werten seit einem Jahrhundert: Im Ort Paducah (Kentucky) sank Donnerstag die Quecksilbersäule auf minus 22 Grad, der kältesten Temperatur seit 120 Jahren, so der Sender NBC.

Prekär ist die Lage auch in Tennessee, wo 30.000 Haushalte bei bitterer Kälte keinen Strom haben. Selbst im Sonnenschein-Staat Florida, für Millionen Amerikaner Fluchtort vor dem Winter, sanken die Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt.

In Chicago wurden Parks entlang des Lake Michigan gesperrt, nachdem gewaltige Eisbrocken an Land geschoben wurden. Wegen Schneefällen wurden 84 Flüge gestrichen, 522 waren verspätet.

Freitag erreicht die Kältewelle die Metropolen der Ostküste: Für Washington DC und New York sind Frühwerte von minus 16 Grad vorhergesagt.