Für Anthony Ray Hinton öffneten sich Freitag im US-Staat Alabama nach drei Jahrzehnten die Gefängnistore. Der Afroamerikaner war 1985 wegen eines Doppelmordes zum Tod verurteilt worden, nachdem die Kripo den Revolver seiner Mutter für die Tatwaffe hielt. 2002 widersprach jedoch ein Waffenexperte dieser Theorie: Die Waffe hatte nichts mit dem Verbrechen zu tun. Dennoch weigerte sich die Staatsanwaltschaft, den Fall neuerlich zu verhandeln. Hinton musste während langwieriger Berufungsverfahren weiter dünsten. “Sie wollten mich für etwas exekutieren, was ich nicht getan habe”, sagte er nach der Freilassung. Hinton ist der dritte zum Tod verurteilte Häftling in den USA, der in den letzten 30 Tagen freikam. Die Debatte verschärft sich, wie viele weitere Unschuldige in den Hinrichtungsgefängnissen sitzen.