Mehr als eine Woche nach dem Tod des Afroamerikaners Freddie Gray (†25) eskalierte die Lage in der Metropole Baltimore (US-Staat Maryland) in die schlimmsten Unruhen seit Ferguson, Vergleiche mit den Rodney-King-Unruhen in L.A. Anfang der Neunziger werden schon gezogen.

Am Montag kam es bei Protesten von High-School-Schülern zu ersten Handgemengen zwischen Demonstranten und der Polizei bereits am Nachmittag. Polizisten wurden mit Flaschen und Steinen beworfen. Die Lage eskalierte dann in regelrechte Straßenschlachten, geriet völlig außer Kontrolle.

Im Stadtkern von Baltimore wurden gepanzerte Fahrzeuge in Stellung gebracht. Doch die Polizei verlor rasch die Kontrolle: Mobs zertrümmerten einen Polizeiwagen, die Szene wurde live von TV-Helikoptern übertragen. An Straßenecken brannten Mistkübel. Vorerst wurden sieben verletzte Polizisten gemeldet.

Geschäfte wurden geplündert. Als Auslöser der Unruhen gilt der Fall des Polizeiopfers Gray, dem nach einer Verhaftung beim Abtransport in einem Polizei-Van das Genick gebrochen wurde, er starb nach einer Woche im Koma. Seine Familie hatte beim Begräbnis am Montag noch zum Gewaltverzicht aufgerufen.