Kalief Browder (21) aus der Bronx (New York) war 2010 als Teenager wegen des angeblichen Diebstahls eines Rucksackes verhaftet worden. Er verweigerte einen Deal mit der Staatsanwaltschaft, wo er seine Schuld eingestehen hätte sollen, wollte stattdessen seine Unschuld vor Gericht beweisen.

Er saß drei Jahre im brutalsten Gefängnis New Yorks, “Rikers Island”, da seine Familie die 10.000 Dollar Kaution nicht aufbringen konnten. Das Magazin „The New Yorker“ hatte sein Martyrium aufdeckt: Wärter hatten Browders Kopf in den Betonboden gerammt, er verbrachte fast zwei Jahre in Isolationshaft, wurde verprügelt von Gang-Mitgliedern. Mehrfach versuchte er bereits im Gefängnis, sich das Leben zu nehmen.

Er kam frei, als die Anklagepunkte fallengelassen wurden. Am Wochenende erhängte sich das Justizopfer. “Ich halte es nicht mehr aus”, sagte er zu seiner Mutter am Telefon.