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Dylann Roof (21) wurde von Polizisten nach der ersten Einvernahme auf einer Wache vor Reportern und Anrainern zu einem Streifenwagen geführt. Der junge Mann mit dem Milchgesicht, dunkelblonden Haaren und Pagenfrisur grinste verschmitzt, riss Grimassen. Er trug über dem weißen T-Shirt eine schusssichere Weste. Der Rassist hatte am Mittwochabend in einer Baptisten-Kirche in Charlotte (South Carolina) bei einer Bibelstunde neun schwarze Kirchengänger regelrecht exekutiert.

Sechs Frauen und drei Männer starben bei dem Massaker im Keller der 150 Jahre alten, berühmten Kirche, darunter der Pastor, Staats-Senator Clementa Pinckney. Roof, der auf Facebook-Fotos mit Abzeichen der Apartheid-Staaten Südafrika und Rhodesien (heute Zimbabwe) posierte, war 15 Stunden nach dem Blutbad vier Autostunden entfernt vom Tatort ohne Gegenwehr verhaftet worden, nachdem er erkannt wurde. Einer Floristin am Weg zur Arbeit file die markante Pagenkopffrisur des Killers auf. “Das ist der meistgehasste Mann Amerikas”, fasste die “Daily Mail” die ohnmächtige Wut in den USA über das Massaker im Gotteshaus zusammen.

Jetzt folgt die immer wieder die gleiche, hohle Waffendebatte: Columbine, VA-Tech, Newtown und jetzt Charleston – nach jedem Massaker flackert in den USA die gleiche Diskussion nach strengeren Waffengesetz auf, während gleichzeitig immer mehr Pistolen und Gewehre in Umlauf gelangen. Obama prangerte jetzt wieder Amerikas Waffenwahn an: Zu viele Male hätte er auf Massaker reagieren müssen. Die „Washington Post“ kommentiert zynisch: „Obama winkt mit der weißen Fahne…“