Obama nach Supreme-Court OK für Homo-Ehe: „Sieg für Amerika“


Print Friendly, PDF & Email

Historischer Tag in den USA: Das US-Höchstgericht erlaubte in einem knappen 5-zu-4-Urteil die Homeehe – in allen 50 US-Staaten und der Hauptstadt Washington D.C. Vor der Säulengebäude des “Supreme Court” in Washington brauste nach der Verkündung des bahnbrechenden Urteils frenetischer Jubel unter tausenden Unterstützern der Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren auf, Menschen vielen sich überglücklich und weinend in die Arme.

Das Echo des wuchtigen Urteils hallte durch die USA – und rund um die Welt.

US-Präsident Barack Obama, der im 2008-Wahlkampf Homo-Ehen noch ablehnte, doch dessen Haltung sich zu einer Befürwortung “weiterentwickelt” hatte, verlieh binnen Minuten via Twitter seiner Begeisterung Ausdruck: “Heute schafften wir einen großen Schritt vorwärts beim Erreichen der Gleichstellung aller: Schwule und lesbische Paare haben jetzt das Recht zu heiraten – wie alle”. “Liebe gewinnt”, fügte er an. In einer dramatischen Rede im “Rose Garden” jubelte Obama weiter: “Manchmal kommt die Gerechtigkeit wie bei einem Blitzschlag”. Er nannte das Urteil einen “Sieg für Amerika”.

In den zwei US-Staaten Ohio und Michigan, wo Aktivisten das Verbot der Homo-Ehen beim Höchstgericht einklagten, stellten Beamte binnen 30 Minuten nach dem Urteil die ersten Heiratsurkunden aus.

Bisher war die Eheschließung nur in einem dutzend US-Staaten erlaubt, nun ist die Homoehe in ganz Amerika legal. Es ist eine kulturelle Zäsur, ein gesellschaftliches Beben: Der Wandel in den USA erfolgte in die letzten Jahren so rasant, dass zuletzt eine deutliche Mehrheit der Amerikaner das Ja-Wort zwischen Lesben und Schwulen befürwortete.

Fünf Richter befürworteten die Öffnung: “Keine Institution umfasst die höchsten Ideale wie Liebe, Treue, Hingabe, Opferbereitschaft und Familie so wie die Ehe”, hieß es. Und: Die US-Verfassung würde Diskriminierung verbieten.
Gegner der Homo-Ehe schäumten, darunter viele Republikaner: Als nächstes werde der “Supreme Court” die “Schwerkraft außer Kraft setzten”, ätzte Präsidentschaftskandidat Mike Huckabee.

Doch die Kritik geht unter. Amerika steht in Bann einer riesigen Regenbogen-Party: Für das Wochenende sind in San Francisco und New York die jährlichen “Gay Pride”-Paraden angesetzt. Nach dem Jahrhunderturteil werde das “die größte Party aller Zeiten”, sagte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio.

Photo by Guillaume Paumier

Previous 6/25: Proteste am Dach von Hawaii
Next 6/26: Supermax!