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Der großmaulige Immobilien-Tycoon Donald Trump (69) mischt das Republikaner-Feld beim US-Präsidentenrennen auf: Der Rechtsaußen zog laut Washington Post-Umfrage mit 24 Prozent Favoriten wie Jeb Bush (12 %) und Scott Walker (13 %) davon. Während das Partei-Establishment entsetzt auf Trumps großmauligen Populismus reagiert, scheint vor allem „Wutbürgern“ seine Pöbelei zu gefallen. Endlich einer, „der sich den Mund nicht verbieten lässt“, so seine Fans.

Trump bediente sich latenter Fremdenfeindlichkeit, als er Latinos als Vergewaltiger und Drogendealer beflegelte. Dann stänkerte er sogar gegen Partei-Ikone John McCain, der gar kein Kriegsheld sei, da er sich im Vietnamkrieg gefangen nehmen ließ… Trumps Faux Pass wurde von Experten schon als Anfang vom Ende des kometenhaften Aufstieges bewertet. Doch trotz einem kleinen Knick blieben die Umfragewerte bisher bestens.

Am Dienstag erhöhte Trump sogar noch das Tempo: Bei einem Wahlkampfstopp verlas der Politiker im Adrenalin-Rausch vor hunderten Fans und versammelter Presse die private Handy-Nummer von Rivalen Lindsey Graham vor. Der durchdrehende Trump erinnert schon an Schauspieler Charlie Sheen, dessen epischen, öffentliche Nervenzusammenbrüche Stoff von Legenden sind.

Für die Konservativen ist der Polit-GAU perfekt: Der Provokateur demoliert als „Abrissbirne“, so Senator Graham bereits vor Tagen, das Image der Partei, vor allem bei den wahlwichtigen Latinos. Seine Polit-Krakeelerei verhindert auch, dass sich ernst zu nehmende Kandidaten wie Jeb Bush und Scott Walker gegen die Demokraten-Favoritin Hillary Clinton in Stellung bringen können. Denn dass Großmaul Trump wirklich Chancen aufs Oval Office hat, glauben wenige.

Photo by Gage Skidmore