Nach der Enthüllung, dass Zahnarzt Walter Palmer (55) aus Minnesota, Simbabwes berühmtesten Löwen „Cecil“ bei einer illegalen Pirsch tötete, wird der Jäger zum Gejagten. Palmer ließ von einer PR-Firma eine Stellungnahmen verbreiten, wonach ihm die Tötung von Cecil leid tue. Er schob die Schuld seine „Guides“ in die Schuhe.

Im Internet tobt ein Shitstorm ungekannten Ausmaßes: Es hagelt Todesdrohungen auf Twitter, der Facebook-Page von Palmers Praxis und unter dem Eintrag seiner Praxis mit der Adresse 10851 Rhode Island Avenue in Minneapolis im Internet-Verzeichnis „Yelp“. Auf Yelp alleine gingen binnen Stunden 1740 Kommentare ein, hunderte weitere via Facebook: Die Site wurde bald vom Netz genommen.

Stars wie Ricky Gervais machten ihre Empörung via Twitter Luft: Gervais („Night at the Museum“) postete ein Foto des majestätischen Löwen, trauerte mit „R.I.P.“

Der Zahnarzt scheint untergetaucht. Seine Praxis wurde Dienstag geschlossen, die Telefonleitung gekappt. Reporter der Lokalzeitung „Star Tribune“ klopften an die Türe seines Hauses: Niemand meldete sich. Vor der Praxis und seinem Haus legten empörte Menschen aus Protest ausgestopfte Spielzeuglöwen nieder.

Das Internet wurden nach allen verfügbaren Infos über Palmer durchkämmt: In einem YouTube-Video präsentierte er sich als professioneller Zahnarzt. In einer Feature-Story in der New York Times in 2009, wo Palmer und Freunde bei einer Jagd in Kalifornien begleitet wurden, prahlte er, dass er mit Pfeil und Bogen eine Spielkarte aus 100 Metern Distanz treffen würde. Das Schießen hätte er im Alter von 5 gelernt.

Auf einer Safari-Website wurden 43 „Kills“ gelistet, darunter neben Löwen und Leoparden auch Buffalos, Polarbären und Pumas.