Da flogen richtig die Fetzen bei der ersten TV-Debatte der US-Präsidentschaftsvorwahlen. Die zehn führenden Republikaner-Kandidaten lieferten sich einen knallharten Schlagabtausch in Cleveland. Im Visier der rhetorischen Granaten: Der Mann der Stunden im Republikaner-Rennen, Baulöwe Donald Trump. Der milliardenschwere Krawall-Kandidat, der mit seinem privaten Jumbojet „präsidial“ einschwebte, wollte eigentlich staatstragend und zahm agieren. Doch im Trommelfeuer scharfer Attacken seiner Rivalen und knallharten Fragen der „Fox“-Moderatoren langte Trump wieder zu.

Es gab Eklats in Serie:
# Neuerlich schloss er eine Kandidatur als Parteiloser nicht aus – ein Albtraum für die Republikaner, da er dem Parteikandidaten Stimmen wegschnappen würde. Es setzte laute Buh-Ruf in Saal.
# Als ihn Fox-Star Megyn Kelly des Sexismus bezichtigte, da er Frauen „fette Säue“ nannte, schnappte Trump: „Das gilt nur für Rosie O´Donnell“ Mit dem Talkshow-Star hatte er eine langjährige Fehde.
# Nach der Debatte schickte er einen Tweet weiter, in dem TV-Journalistin Kelly als „Bimbo“ bezeichnet wurde, beschwerte sich weinerlich über die Moderatorin.
# Trump lästerte auch über US-Präsidenten Obama: „Ich könnte ihn unfähig nennen, aber das wäre nicht nett“, so Trump. Wiederholt wurde auch die Forderung nach einer Mexiko-Mauer.

Der frühere Partei-Favorit Jeb Bush wirkte wenig mitreißend, doch vermied wenigstens arge Schnitzer. Die anderen sahen im Schatten der irren Trump-Show wie Statisten aus.

Doch der schockierende Rüpelstil für 24 Millionen TV-Zusehern, der größten Zuseherzahl bei einer Vorwahldebatte aller Zeiten, könnte den Anfang vom Ende des Polit-Shooting-Stars einleiten, glaubt der konservative Umfrage-Spezialist Frank Luntz. „Ich sah die Zerstörung von Trump“, so Luntz. Doch das hatten vorher schon viele Experten geglaubt… Bisher dominiert Trump weiter.

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