Ihre Chancen, das White House zu erobern, werden von politischen Eliten in Amerika als praktisch null eingestuft. Dennoch dominieren bisher zwei Underdogs den US-Vorwahlkampf.

Milliardär Donald Trump sorgt mit seiner Brachial-Rhetorik für Skandale in Serie, groß war zuletzt das Händeringen beim Republikaner-Establishment über seine sexistischen Andeutungen gegenüber Fox-Debatten-Moderatorin Megyn Kelly. Die hätte ihn bei der TV-Debatte deshalb so aggressiv befragt, da ihr Blut “woimmerauch” aus ihr herausquoll, lästerte Trump, eine mögliche Andeutung auf ihre Menstruation.

Doch wie jeder Skandal zuvor halten Fans Trump die Stange: Laut der ersten großen Umfrage nach der Debatte von Reuters/Ipsos führt der New Yorker Baulöwe das Republikaner-Feld mit 24 Prozent vor Jeb Bush (12 %) und dem Rest der 15 Kandidaten weiterhin überlegen an. Trump trifft als Polit-Außenseiter offenbar den Nerv vieler nach Jahren des Hick-Hack in Washington D.C. politverdrossenen Wähler. Vor allem: Er sagt was er will, pfeift auf alle Regeln.

Der große Wähler-Frust befeuert aber auch die Kampagne des Außenseiters Bernie Sanders bei den Demokraten: Der als “Kommunist” denunzierte Senator aus Vermont stiehlt Top-Demokratin Hillary Clinton bisher in einem Ausmaß die Show, wie kaum wer vorhersehen hätte können: 28.000 Menschen jubelten “Bernie” Sonntagabend in Portland (Oregon) zu, die größte Menschenmenge des Wahlkampfes bisher. Einfache Bürger füllen mit spontanen Spenden seine Wahlkampfkasse, ermöglichen einen Millionen-Wahlkampf im großen Stil..

Der rebellische Senator punktet bei den Partei-Linken vor allem mit seinen Brandreden gegen die Gierbanker der “Wall Street”. Er drängte Clinton bereits zur Kurskorrektur nach links samt einer deutlicheren Distanzierung zur Finanzbranche.