“Das Leben ist kurz, wage einen Seitensprung”, lautete der Slogan der kanadischen Dating-Site “Ashley Madison”: 37 Millionen Nutzer ließen sich verleiten. Sie stehen jetzt vor einem Trümmerhaufen – und viele wohl vor dem jähen Ende ihrer Ehe oder Beziehung. Hacker hatten vor Wochen die Server geknackt, Mittwoch publizierten sie 9,7 Gigabyte an Privatdaten.

Die Benutzer sind nun über ihre Emails identifizierbar. Eine Welle gebrochener Herzen schwappt um den Globus – und handfeste Skandale brauen sich zusammen: Ausgemacht als “Ashley Madison”-Kunden wurden bereits 15.000 US-Beamte, darunter Mitarbeiter des White House, britische Politiker oder Top-Manager europäischer und nordamerikanischer Multis.

Auf Twitter brodelte die Gerüchteküche, das Schlagwort #Hack landete unter den Top-Trends. Ein britischer Parlamentarier beteuert bereits, dass seine enthüllte Email-Adresse angeblich gestohlen worden wäre.

Die Hacker agieren unter dem Tarnnamen „The Impact Group“: Sie wollen nach eigenen Angaben kein Geld erpressen, sondern die Nutzer des Affären-Portals bloßstellen. Die gestohlenen Daten wurden im Untergrund-Internet „Dark Web“ veröffentlicht. Es wurden jedoch bereits Websites gestartet, wo nach den Emails von Nutzern auch im normalen „World Wide Web“ gesucht werden kann.