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Sie winken frenetisch, halten ihre Smartphones hoch für Erinnerungsfotos, einigen kullern Tränen über die Wangen: Immobilien-Tycoon Donald Trump (69) genießt sichtlich das Bad in der Menge. Wieder wird er empfangen wie ein Rockstar.

Trumps Popularität schießt nach oben: Mit 35,8 Prozent schaffte der Krawall-Kandidat mit den geföhnten Kunsthaaren im Vorwahlkampf der Republikaner ums Weiße Haus seinen bisher größten Vorsprung. Die ärgste Terrorangst in den USA seit 9/11 spült ihn nach oben. Skrupellos hetzt er gegen Muslime und schürt die Angst mit düsteren Andeutungen: “Etwas ganz furchtbares wird passieren, ich spüre es…”, sagt Trump.
Mit der Forderung für ein US-Einreiseverbot für alle Muslime wurde er endgültig zum Buhmann rund um die Welt.

Zuerst schien der Trump-Wahlkampf ja noch wie eine schrille, politische Reality-TV-Show. Seine Untergriffe waren zwar immer derb (mexikanische Vergewaltiger, menstruierende Frauen-Zicken, muslimische Terroristen). Doch Amerikas Polit-Elite glaubte zuerst an ein Strohfeuer.

Doch nach den jetzt immer tieferen Tiraden brachte die “Huffington Post” die Stimmung im Land auf den Paukt: “Mr. Trump, wir fühlen uns nicht mehr unterhalten!”
Zwei Drittel der Amerikaner fürchten sich schon vor der Perspektive einer Trump-Präsidentschaft. Vor allem: Ein „neuer Hitler“ (US-Medien) mit dem Nuklear-Aktenkoffer unter dem Schreibtisch?

Wie ist der Frontalunfall in der US-Politik überhaupt erklärbar? Trump macht sich Politverdrossenheit und Terrorangst zunutze. Er punktet am rechten Rand der durch stagnierende Einkommen und einer immer multikulturelleren Bevölkerung verunsicherten weißen Mittelschicht. Mit Lügen und Halbwahrheiten schürt der die Furcht vor Muslimen und Immigranten. Er wettert sogar gegen gierige Hegefondsmanager, obwohl der Milliardär selbst in einem Kirschpalast in Manhattan residiert. Auch entpuppt sich Trumps Twitter-Wahlkampf höchst effektiv in der heute rasenden Medienwelt.

Trump zertrümmert die Republikaner dabei wie ein Einmann-Abrisskommando. Die Partei-Führung reagiert bereits pansch. Jetzt wird sogar diskutiert, ob Trump im Fall eines Sieges in den Vorwahlen durch einen “Putsch” am Parteitag noch gestoppt werden könnte.