Print Friendly, PDF & Email

In weniger als zwei Wochen stimmen Parteigänger von Demokraten und Republikanern in den 99 Bezirken des US-Staates Iowa über die Wahl der Kandidaten ab. Eine Woche später folgt der nächste wichtige Urnengang in New Hampshire. Wähler entscheiden dann bei Vorwahlen in allen weiteren 48 US-Staaten, wer zum jeweiligen Parteikandidaten für den Kampf ums White-House bei den Nominierungsparteitagen im Juli gekürt wird. Der Milliarden-Wahlkampf wurde wegen Dauerdramen schon zum Thriller:

# Favoritin Hillary Clinton gerät bei den Demokraten unter gehörigen Druck durch den linken, gegen die Wall Street zürnenden Senator Bernie Sanders: Sie führt zwar in nationalen Umfragen klar mit 51 zu 38,3 Prozent (siehe Grafik), doch in Iowa und New Hampshire zeigen die Erhebungen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Sanders, der sich als „demokratischer Sozialist“ bezeichnet und als Held der Linken Zehntausende in Hallen lockt, punktet mit der Kritik an Clintons Millionengagen und Connections zur Finanzindustrie. Doch Hillary schießt zurück: Sanders hätte bei der Schlacht ums Oval Office keine Chance. Er sei auch gegen strengere Waffengesetze, kritisiert sie.

# Das Republikaner Rennen dominierte bisher Senkrechtstarter Donald Trump mit einem Wahlkampf wie eine Reality-TV-Show, Beflegelungen seiner Rivalen und populistischer Hetze gegen Muslime und Immigranten. Doch jetzt wird ihm der erzkonservative Senator Ted Cruz vor allem in Iowa gefährlich. Trump erhöhte deshalb bei seinen notarischen Pöbel-Attacken das Tempo gegen Cruz: Den könne „keiner leiden“, er sei ein „Widerling“. Cruz erwiderte das Feuer: Trump, der früher für die Demokraten wählte und im liberalen New York lebt, sei gar kein wahrer Konservativer.

Die harten Bandagen scheinen nur für ein Vorgeplänkel bei der erwarteten Schlammschlacht. (bah)
Photo by Phil Roeder