Republikaner und Demokraten treffen sich in dem Bauernstaat zu Abstimmungen: Die Parteigänger sollen kundtun, welchen Kandidaten sie in die Schlacht ums Weiße Haus schicken wollen. Die traditionsgemäß in Iowa beginnenden Vorwahlen werden bis Juni in allen 50 US-Staaten abgehalten.

Das Chaos in beiden Parteien ist heuer historisch:

Der großmaulige Immobilien-Tycoon Donald Trump (69) hat den Republikaner-Vorwahlkampf praktisch entführt. Wegen seiner hemmungslosen Demagogie und Ausländerhetze wird der Rechtspopulist rund um die Welt schon als „neuer Hitler“ gefürchtet. In der letzten Umfrage führte der Milliardär mit fünf Prozent Vorsprung vor Rivalen Ted Cruz (siehe rechts). Ein Trump-Sieg könnte den Weg ebnen zur größten politischen Sensationen – und der von Amerikas Elite verlachte „Politclown“ mit dem Haarhelm durch die Revolution weißer Wutbürger nach dem Oval Office greifen.

Verworren auch die Lage bei den Demokraten. Top-Favoritin Hillary Clinton geriet bei ihrem Millionenwahlkampf mehrmals wegen Skandalen (Email-Gate, Bengasi) ins Schleudern. Überrascht wurde sie vom Aufstieg des linken Senators Bernie Sanders, der sich als „Sozialist“ bezeichnete und Jungwähler in Massen anlockte mit seinem Kampfaufruf gegen Finanzjongleure der Wall Street. Das Rennen in Iowa ist ein Thriller: Stunden vor der Abstimmung führte sie mit 45 zu 42 Prozent nur knapp vor Sanders.

Eine Woche nach Iowa warten die Primaries in New Hampshire. Dort könnte es eine Vorentscheidung geben.

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