Drama bei den Republikanern bei der vierten Station der Vorwahlen im „Casino-Staat“ Nevada am Dienstag: Krawallkandidat Donald Trump lag vor der Abstimmung in Umfragen deutlich in Führung. Seine Top-Rivalen Ted Cruz und Marco Rubio versuchten, Trumps Siegesserie nach den bisherigen Triumphen in South Carolina und New Hampshire zu stoppen. Rechtsaußen Trump lieferte während des Wahlkampfes die gewohnten Eklats. Als ein Demonstrant eine Wahlveranstaltung mit Protestrufen störte, zürnte der Milliardär: „Ich würde dem gerne selbst eine in die Fresse hausen!”

Bei den Demokraten läuft der Countdown zu den Vorwahlen in South Carolina am Samstag: Favoritin Hillary Clinton will im knallharten Duell mit dem linken Senator Bernie Sanders den Schwung nach ihrem knappen Sieg in Nevada mitnehmen: Sie liegt im Schnitt der Umfragen mit 57,4 zu 33,3 Prozent noch deutlich in Führung.

Nächste Woche startet die “nationale Phase” der Vorwahlen, wo Demokraten und Republikaner ihre Kandidaten für das Weiße Haus küren. Beim “Super Tuesday” nächsten Dienstag mit Wahlen in 15 US-Staaten könnte bereits eine Vorentscheidung fallen. Nach jetzigem Stand bleiben Hillary Clinton (D) und Donald Trump (R) Favoriten.

Dabei hätten die Rivalen laut gegenwärtigen Umfragen, zusammengefasst vom Portal „RealClearPolitics.com“ beim Kampf um das Oval Office bessere Chancen:

  • Hillary Clinton schlägt bei einem hypothetischen Duell um das Oval Office nur Trump knapp mit 45,3 zu 42,5 Prozent. Sie würde jedoch – laut den Erhebungen – sowohl vom erzkonservativen Ted Cruz (44,5 % zu 45,3 %) als auch von “Sunnyboy” Marco Rubio (42,8 % zu 45,5 %) geschlagen werden.
  • Donald Trump, der bisher das Republikaner-Rennen mit Hetz-Tiraden und Brachial-Rhetorik dominierte, verliert in den Umfragen derzeit gegen alle möglichen Rivalen.
  • Hillary-Gegner Sanders hätte, obwohl er sich als “Sozialist” bezeichnete, bessere Chancen: Er würde Trump und Cruz schlagen. Mit Rubio liegt er gleichauf.
  • Der effektivste Kandidat bei den Republikanern wäre Rubio.

Experten weisen angesichts der frühen Erhebungen aber auch darauf hin, dass in den 258 Tagen bis zur Wahl am 8. November noch alles möglich ist.